Schließung der ersten Botulinumtoxin-Ambulanz
Unterschriftenaktion der DDG e. V.
Liebe Dystonie-Betroffene, liebe Mitbürger,
es war eingetreten, was wir schon seit geraumer Zeit befürchtet hatten - die erste Botulinumtoxin-Ambulanz wurde geschlossen.
Die Verantwortlichen des Klinikums Ludwigshafen und die Ärzte der Neurologischen Abteilung hatten sich aus wirtschaftlichen Gründen zu diesem Schritt entschlossen. Der Chefarzt Prof. A. Grau versicherte, dass diese Schließung vorübergehend sei - nur so lange, bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden werde. Inzwischen ist diese Ambulanz wieder geöffnet, ohne dass sich an der Situation etwas geändert hat. Die Klinik wollte die Patienten nicht im Stich lassen.
Dieses Schicksal kann jedoch jederzeit jede Dystonie-Ambulanz in Deutschland treffen.
Derzeit beträgt die Vergütung für die Behandlung z. B. eines Schiefhals-Patienten nicht einmal 6,00 €. Der Zeitaufwand beträgt durchschnittlich 20 Minuten. An der Behandlung sind neben dem Arzt eine Arzthelferin/Krankenschwester und eine Sekretärin (Terminvereinbarung, Schreiben des Arztbriefes) beteiligt.
Einige Krankenhäuser in Deutschland haben bereits die unzureichende Vergütung der Botulinumtoxin-Therapie durch die gesetzlichen Krankenversicherungen angemahnt und Konsequenzen signalisiert.
Prof. Grau: "Wir verlangen keine Gewinnerzielung, wir verlangen eine Kosten deckende Vergütung."
Von einer nicht mehr gesicherten Therapie sind viele Patienten - nicht nur an Dystonie erkrankte Menschen - betroffen. Diese Kranken sind auf die Therapie mit Botulinumtoxin angewiesen. Ihre Lebenssituation wird durch Anwendung dieses Medikamentes erheblich verbessert:
- eine funktionelle Blindheit (verursacht durch einen Lidkrampf) kann z. B. zeitweise aufgelöst werden;
- Der Kopf, der durch Krämpfe im Hals-Nacken-Bereich abnorm zur Seite gedreht ist, kann wieder schmerzfrei gerade gehalten werden.
- Muskeln in vielen Bereichen des Körpers, die durch Krämpfe sehr schmerzhaft den Körper in eine abnorme Haltung bringen (z. B. bei Armspastik nach Schlaganfall), können gelockert und schmerzfrei werden. Diese Menschen können dann wieder ganz normale Dinge des Lebens wie Nahrungsaufnahme oder Körperpflege selbständig ausführen.
Wir wollen keine unnötigen Ängste schüren - wir wollen lediglich unsere so sehr notwendige Therapiemöglichkeit erhalten.
Helfen Sie uns durch Ihre Unterschrift zu erreichen, dass die Verantwortlichen der Gesetzlichen Krankenversicherungen und die Kassenärztliche Vereinigung dafür sorgen, dass unsere Therapie gesichert ist.
Helfen Sie uns, dass unser Leben lebenswert bleibt.
Unterstützen Sie uns durch Ihre Unterschrift!
Der Vorstand der DDG e. V.
Hier finden Sie eine Unterschriftenliste zum Ausdrucken (pdf, 67 kb).
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