Suspensionsoperation
Die Suspensionsoperation bei essentiellem Blepharospasmus

Bei unzureichender Wirkung von Botulinumtoxin kann ggf. eine operative Maßnahme Linderung schaffen. Theoretisch stehen drei Verfahren zur Verfügung:
- Die operative Ausschaltung von Ästen des Gesichtsnervs, die zum Lidschlussmuskel (Musculus orbicularis oculi) führen. Da sie langfristig kaum verlässliche Ergebnisse zeitigte, wird diese Operation praktisch nicht mehr durchgeführt.
- Die Myektomie des Musculus orbicularis: Hierbei werden große Teile des Lidschlussmuskels operativ entfernt.
- Die Suspensionsoperation, über die hier berichtet werden soll. Sie hat wie die Myektomie in vielen Fällen eine günstige Wirkung, ist aber im Gegensatz zu dieser nicht verstümmelnd, d. h. sie kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Die Suspensionsoperation wirkt im Prinzip wie ein Finger, der das Oberlid hoch hebt. Sie kann dann vorgenommen werden, wenn der Patient in der Lage ist die Augenbrauen anzuheben (dadurch, dass er die Stirn in Falten legt).
Die Operation erfolgt meist in örtlicher Betäubung, seltener in Narkose. Pro Auge werden ein oder zwei Fäden unter die Haut in Form eines Vierecks zwischen Augenbrauengegend und Lidkante gelegt. Wenn nach der Operation die Augenbrauen um einen halben Zentimeter angehoben werden, geht automatisch das Auge einen halben Zentimeter weit auf, auch wenn die Krämpfe dagegen arbeiten. In den allermeisten Fällen ist die weitere Gabe von Botulinumtoxin zur Schwächung des Orbicularismuskels von Wert.
Literatur: Roggenkämper, P, Nüßgens Z(1993) German J. Ophthalmology 2:426
Roggenkämper, P, Nüßgens Z(1997) Graefe’s Arch Clin Exp Ophthalmol 235:486
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