Wie läuft der operative Eingriff ab?
Die Operation erfolgt in einem spezialisierten, neurochirurgischen Zentrum. Der Eingriff dauert circa 5-8 Stunden und wird, abhängig von der Ausprägung der Symptomatik, in einem wachen oder narkotisierten Zustand durchgeführt. Vor dem eigentlichen Eingriff wird eine detaillierte bildgebende Untersuchung zur Darstellung der Zielstrukturen des Gehirns durchgeführt. Für die Aufnahmen mittels Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) wird der Patient bereits in einen so genannten stereotaktischen Ring fixiert. Dieser wird später als Referenzsystem für die dreidimensionaleOperationsplanung genutzt. Für den Erfolg der "Tiefen Hirnstimulation" sowie zur Minimierung der Risiken ist eine genaue Planung von entscheidender Bedeutung.

Abb. 4: Patientin mit stereotaktischem Rahmen.
Mit freundlicher Genehmigung der Universität Köln
Während der eigentlichen Operation werden zwei kleine Löcher (Durchmesser ca. 10 mm) in den Schädelknochen gebohrt. Über diesen Zugang werden maximal fünf kleine Testelektroden in die Zielstruktur vorgeschoben, um die krankhaft erhöhte Aktivität der dortigen Nervenzellen zu identifizieren. Anhand dieser Testelektroden können bereits erste elektrische Impulse in die Zielstruktur gesteuert werden, wodurch sich Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen austesten lassen. Nach der Testphase wird eine vierpolige Elektrode mit einem Durchmesser von circa 1,3 mm in das Zielgebiet geführt und anschließend mit einem Sicherungsmechanismus im Borloch fixiert. Nachdem beide Seiten operiert wurden, werden die Elektroden unter Zuhilfenahme eines Verlängerungskabels mit dem Impulsgeber verbunden. Am Schluss sind die Elektroden, das Verlängerungskabel sowie der Impulsgeber unter der Haut implantiert. Der gesamte Eingriff wird überwiegend am selben Tag durchgeführt.

Abb. 5: Tiefe Gehirnzentren nach Implantation der Elektroden.
Mit freundlicher Genehmigung der Firma Medtronic


Abb. 6: Unter Verwendung eines stereotaktischen Rings und Führungsrohrs, wird die vierpolige Elektrode über das Bohrloch in die Zielstruktur eingebracht.

Abb. 7: Bei der Operation arbeiten Neurochirurgen und Neurologen im Team.
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